"Ich glaube, man schreibt, weil man eine Welt erschaffen muss, in der man leben kann. Ich konnte in keiner der Welten leben, die mir angeboten wurden. Ich musste meine eigene Welt schaffen mit einem Klima, einem Land, einer Atmosphäre, in der ich atmen, herrschen und mich erneuern konnte, wenn mich das Leben zerstörte."
Anais Nin
Manchmal hilft es, sich die Dinge einfach von der Seele zu schreiben. Für viele Menschen ist der Ausdruck mit Stift und Papier ein hilfreicher Weg, Belastendes loszuwerden, das innere Durcheinander zu ordnen und schreibend zu sich selbst zu finden.
Das ist auch mein Weg gewesen. Als Jugendliche habe ich mir das Wirrwarr meiner Gefühle oft in Tagebüchern und Geschichten von der Seele geschrieben und so auch einen Weg der Selbsterfahrung und Erkenntnis gefunden. Später bin ich Journalistin geworden und habe viele Jahre lang Artikel für Zeitungen und Magazine geschrieben. Es war ein schöner Beruf, doch als Redakteurin konnte ich dann nicht mehr einfach drauflosschreiben, sondern musste mich an professionellen Standards und Formaten ausrichten.
Mit dem kreativen und therapeutischen Schreiben kehre ich heute wieder zu der ursprünglichen, unzensierten Form des Schreibens zurück. Das Verfahren wird auch als „Poesietherapie“ bezeichnet und als ergänzende Methode in psychosomatischen Kliniken, Reha-Einrichtungen und Therapiepraxen eingesetzt. Ich habe dazu eine einjährige Fachfortbildung bei der Poesietherapeutin Prof. Silke Heimes am Odenwaldinstitut absolviert und gelernt, das Schreiben in der Beratungs- und Kursarbeit einzusetzen.
Mit kleinen Schreibimpulsen und Übungen kann ich Menschen dazu anregen, spielerisch mit Worten umzugehen, Unausgesprochenes ins Wort zu bringen und sich am eigenen kreativen Ausdruck zu freuen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns an Rechtschreibung oder grammatische Regeln halten, ob wir einen formalen oder kreativ-chaotischen Stil wählen, realistische oder imaginäre Welten beschreiben, Geschichten, Briefe, Gedichte oder einfach nur Wortwolken produzieren. Wichtig ist nur, dass alles ins Wort kommen kann, was ins Wort kommen will. Schreibimpulse können, je nach Wunsch und Interesse, auch in der Einzelberatung eingesetzt werden.
B: Hannah Olinger auf Unsplash
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